Donnerstag, 24. November 2011
Die Hoffnung stirbt!
So, der zweite Bluttest stand an. Wieder nüchtern zum Arzt. Morgen würde ich Gewissheit haben.
Am Wochenende zuvor wurde mir von meinen Kumpels Mut gemacht. Aber irgendwie wollte und konnte ich nicht so richtig daran glauben. Aber was sollte ich machen. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt. Und das Wochenende sollte es nochmal so richtig in sich haben. Schon vor langer Zeit hatten wir Jungs uns dieses Wochenende dazu auserkohren, um mal wieder richtig einen drauf zu machen. Dazu zählte natürlich auch Fußball gucken im Stadion. Und was passt zum Fußball? Richtig! Bier. Nur hielt ich mich dieses Mal sehr zurück. Am Anfang auf jeden Fall. Die anderen tranken ein Bier nach dem anderen. Ich war auch nicht so richtig in Bierstimmung. Das legte sich aber im Laufe des Tages. Zum einen, weil unsere Mannschaft ein super Leistung gezeigt und mit einem Last-Minute-Sieg belohnt wurde. AUnd zum anderen, weil das dritte oder vierte Bier endlich schmeckte und ich meinen Kopf ausschalten konnte. War dieser Tag bisher von Befürchtungen geprägt, so half das Bier, diese für eine gewisse Zeit zu vergessen. Ja ok, ist vielleicht nicht die beste Wahl seinen Kopf so frei zu bekommen. Aber ich glaube, zu dem Zeitpunkt hatte ich einfach mal wieder das Bedürfnis, alles anderen um mich herum auszublenden. Und es wirkte. es wurde ein sehr guter Abend. Der letzte für eine lange Zeit. Aber das wußte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Am nächsten Tag nach einem ausgiebigen Brunch verabschiedeten ich die auswärtigen Kumpels. Diese wünschten mir Glück für die anstehenden Untersuchungen. Aber mit Glück hatte das wenig zu tun. Trotzdem war ich dankbar für jedes aufbauende Wort.
Der Dienstag war der Tag der Blutentnahme und der darauffolgende Mittwoch sollte dann die endgültige Entscheidung bringen. Ich schlief im Moment durch. Das lag an der kompletten Nahrungsumstellung. Der zweite Bluttest wurde angesetzt um mein Langzeitblutwert bestimmen zu können. Dieser würde dann letztlicxh Aufschluss darüber geben, was mir fehlte.
Dann kam der Mittwoch...
Ich hatte gut geschlafen. War ja auch kein Wunder bei dem Tagespensum was ich im Moment auspulte. Aus dem Haus um halb acht am Morgen. Wieder Betreten meiner Wohnung um sieben am Abend. Ein ganzer schöner Wahnsinn zu dem Zeitpunkt.
Der Anruf kam gegen Mittag. Ich war mal wieder in der Werkstatt. Leider bestätigte sich das Ergebnis des ersten Tests. Der Langzeitwert, der sogenannte HBA1c- Wert lag bei über 14,5. Für normale Menschen liegt dieser Wert bei ca. 6. Der Wert war sogar so schlecht, dass mich die Ärztin ins Krankenhaus hätte einliefern wollen. Aber ich hatte einfach keine Zeit. Die Ärztin sagte, sie würde mir eine Liste mit Spezialisten geben, die ich mir bei ihr in der Praxis abholen können konnte. Ich sollte mich so schnell wie möglich bei einen von denen melden.
Damit endete das Gespräch und ich saß einige Minuten auf dem alten, gammeligen Sofa und stahrte an die weiße Wand, der ich gegenüber saß.
Also doch: Ich hatte DIABETES. So eine verfluchte Scheiße. War mein Leben jetzt vorbei? Ich wußte es nicht. Aber ich war gerade ziemlich down. Und ich wußte gerade nicht was ich machen sollte.
Den restlichen Tag verbrachte ich dann vor der Glotze. Das Programm konnte mich jedoch nicht wirklich ablenken.
Dann mal morgen wieder zum Arzt. Und dann mal schauen was auf mich zu kommt.

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